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Damast

"Der Begriff Damaszener Stahl beim Damastmesser oder Schwert (von arabisch dimašq, Name der Stadt Damaskus) bezeichnet einen Werkstoff aus einer oder mehrerer Eisen/Stahlsorten, der im polierten oder geätztem Zustand eine klare Struktur aus mehreren, sich abwechselnden Bereichen aus hartem und weichem Material erkennen lässt. Damaszenerstahl verbindet die guten Eigenschaften von weichem sowie von hartem Eisen bzw. Stahl, d.h. er ist gleichsam flexibel und schnitthaltig. Genau genommen bezeichnet Damaszenerstahl bei einem Damastmesser nur den im orientalisch-arabischen Raum im Tiegelschmelzverfahren hergestellten Stahl. Der Begriff findet allerdings auch häufige Verwendung für den Verbundstahl, wie er hauptsächlich in Europa hergestellt wurde und wird. Eine Unterscheidung ist somit nicht möglich. Die Bedeutung des Damaststahles bestand im Altertum vor allem in der Benutzung des Materials zur Waffenherstellung, hauptsächlich für Blankwaffen. Man könnte sogar sagen, dass dieser Werkstoff nur für die Herstellung von Blankwaffen (wie z.B. Schwert, Messer/ Damastmesser, Achst etc.) „erfunden“ wurde. In der ersten Zeit entwickelte sich Damast aber vor allem beim Damastmesser und Damastschwert zufällig in dem man alte Stahlschichten zusammenschmiedete.

Der Damaszenerstahl "orientalischer" oder "chemischer" Art wurde sicher nicht in Damaskus erfunden. Von dort brachten aber europaeische Haendler die Kunde dieses bemerkenswerten Werkstoffs in den Westen. Die besten Damaszenerschwerter wurden in Persien aus indischem Stahl gefertigt; sie blieben bis weit ins 19. Jahrhundert hinein nahezu ein Monopol des islamischen Kulturbereichs. Von einer solchen Klinge berichtete aber schon 540 n. Chr. der persische Dichter Imru'ulquais; er verglich ihre Oberflaechenstruktur sehr treffend mit den Spuren einer wellenartig vorrueckenden Armee von Ameisen. Es ging sehr lange, bis die westlichen Metallurgen das Geheimnis dieser Technologie bei Damastmesser und Schwert lueften konnten.

Es gibt verschiedene Theorien zur Entwicklung des Damaststahles genauso für Schwert und Damastmesser wie auch Achst in Europa. Eine davon ist, dass der europäische Damast ein Versuch war, die orientalische Kunst zu kopieren. Dies ist aber recht unwahrscheinlich, da erste derartig damaszierte Klingen bereits seit der Latenezeit in Europa zu finden sind. Eine weitere Theorie ist, dass der Stahl einfach irgendwann von einem oder mehreren Schmieden erfunden wurde. Dieses ist eher nahe liegend. Auch möglich ist, dass man mit der Zeit erkannte, dass Schwerter und Damastmesser, die man aus alten Dingen zusammenschmiedete (Eisen war schließlich ein teurer Rohstoff), viel haltbarer waren. Die Klingen waren fester, flexibler und schnitthaltiger als jene, die aus einem „frischen“ Stück Eisen gefertigt wurden. Die verschiedenen Alteisensorten mit ihrem unterschiedlichen Kohlenstoffgehalt waren dafür verantwortlich.